Anekdoten:
Larissas Schaltkreise
Vor allem im Z9001 und KC87 sind sehr häufig russische Schaltkreise verbaut worden.
Da sie in der Regel ein durchscheinendes braunes Gehäuse haben, werden sie auch als
"Bayrisch Malz" bezeichnet.
Während meiner Tätigkeit als Prüftechnologe bei robotron gab es unerklärliche
Ausfälle bei diesen Schaltkreisen: sie waren lichtempfindlich!
Wegen dieser vielen unerklärlichen Ausfälle kreiste eine Anekdote:
Larissa arbeitete im Halbleiterwerk in Irkutsk. Jedesmal wenn sie morgens auf dem
Weg zur Arbeit einen Kettenschaden am Fahrrad hatte, war die Tagesproduktion Ausschuß!
(Weil sie mit den öligen Fingern die Chips angefaßt hat.)
Russische Reparaturtechnik
Auf einer Fahrt durch die SU ging bei einem Lada das Türschloß kaputt.
Hilfe wurde schnell angeboten und am nächsten Tag durfte man das Ergebnis bewundern:
In die Tür und den Holm waren Löcher gebohrt, ein Blechriegel drangeschraubt
und ein Vorhängeschloß eingehängt. Eine echt russische Lösung!
... und es gibt böse Fehler:
Schaltkreis falsch bedruckt!
(Z9001,KC85/1,KC87 HC900, KC85/2/3/4 BIC D004 K7222 LCR)
Z9001/KC87
Z9001: Wirre Zeichen
(1) Rechner ohne Farbmodul, zeigt nach dem Einschalten nur wirre
Zeichen, manchmal wird auch der Bildschirm teilweise gelöscht,
es sind dann Tastatureingaben möglich:
Geht mit der Tastatur das Ein- und Ausschalten der GRAFIK-LED,
dann funktioniert der Rechner und der Fehler liegt an den Adreß-
muxern für den Bildspeicher.
Da sich aber manchmal die GRAFIK-LED nicht schalten ließ, wurden
auch die Adreßmuxer für den Systembus gewechselt.
In beiden Fällen waren es russische Schaltkreise.
Z9001: Wirre Zeichen, Platine stammt wahrscheinlich aus der Nullserie
(2) Der Rechner ist noch nie gelaufen. EPROMs, PIOs und die RAM-IS waren
vorsorglich mit Fassungen bestückt worden.
Es gibt Datenkämpfe auf allen Datenleitungen, die nach kurzer Zeit teilweise
verschwinden. Der Effekt ist temperaturabhängig. Mit Kältespray läßt sich D28
eindeutig als Übeltäter ermitteln, sein Ausgang 6 driftet.
Das Fehlerbild der Datenkämpfe ist jetzt stabil. Die EPROMs, PIOs und RAM-IS
werden gezogen. Keine Änderung! Nach Überprüfen der Leiterplatte
auf Feinschlüsse wird eine dicke Zinnbrücke von 5P nach Pin 3 (/WE) der
RAM-IS gefunden.
Z9001: Moiré auf dem Bildschirm
(3) Die Rechnerplatine ist eine der ersten Z9001-Platinen. Es gibt da einige
handverdrahtete Verbindungen der Stromversorgung der TV-HF-Ausgangsstufe.
Unter anderem muß eine kurze Verbindung von C49 (Masse) zur fast
danebenliegenden Masse des HF-Modulators hergestellt werden. Diese fehlte.
Vorher: mit Moiré, nachher: ohne Moiré
KC85/1: Senkrechte lila Streifen mit schwarzen E's
(1) Rechner mit Farbmodul, zeigt nach dem Einschalten erst nur wirre
Zeichen, danach senkrechte lila Streifen mit schwarzen Buchstaben E.
Daten- und Adreßsignale an der CPU sind i.O. Auffällig sind ein-
schließlich Farbkarte sechs! russische K531KP11. Messungen hinter
dem ersten dieser Adreßmuxer (D39/7C) ergeben an Pin 2 und 3 bzw.
5 und 6 die erwarteten Adreßsignale, nicht aber an den Ausgängen
Pin 4 und 7.
Der russische Schaltkreis wurde durch einen DL257 ersetzt.
KC87: Rechner bleibt hängen
(1) "ASGN" ENTER funktioniert.
"BASIC" und ENTER : der Rechner bleibt stehen.
EPROM D10 ausgetauscht, wegen zu hoher Zugriffszeit >450ns.
KC87: Rechner mit Farbmodul zeigt nur die bunten Kästchen
(2) Messungen an Adreß- und Datenbus ergeben:
alle am Modulträger hängenden Treiber-ICs sind defekt.
Austausch von D2, D4, D5, D6, D64 und D65.
Es gibt immer noch gelegentliches Hängenbleiben nach RESET:
Obwohl an den System-RAMs kein Fehlverhalten zu messen war,
wurden diese auf Verdacht gewechselt. Das war's.
(Folge eines verdreht gesteckten Moduls?)
KC87: Rechner mit Farbmodul zeigt ab Bildmitte die Eingaben ein zweites Mal.
(3) Außerdem werden nur zwei Zeilen angezeigt, zwei weitere bleiben leer.
Der Fehler liegt im Adreßmuxer D59/D60 für den Bildspeicher:
Signale an Pin 9 und 12 von D60 sind gleich (interne Verbindung?)
D60 muß getauscht werden (danach).
KC87: Rechner bleibt mit wirren Zeichen nach dem Einschalten hängen
(4) Die GRAFIK-LED funktioniert nicht.
Signale am Datenbus sind OK.
Signale am Adreßbus: AB3 am Pin 7 des linken und rechten ROMs fehlt:
"offener Eingang". Die ROMs waren laienhaft ausgelötet und auf Fassungen
gesetzt worden. Dabei war eine Verbindung unter der Fassung am Pin 7 unter-
brochen. Es wurde ein neuer Draht eingezogen.
KC87: Rechner bleibt mit wirren Zeichen nach dem Einschalten hängen
(5) Die Zeichen sind in einem Bereich ähnlich.
Die GRAFIK-LED funktioniert nicht.
Signale am Datenbus sind OK.
Signale am Adreßbus: AB9 hat einen statischen Pegel von ca. 1V (Pin 10 von
D38/8C), ebenso am Pin 18 von D5/2D. An Pin 2 liegen aber Signale an!
D5 ist ein russischer 8282! D5 tauschen.
KC87: Rechner bleibt mit wirren Zeichen nach dem Einschalten hängen
(6) Die GRAFIK-LED funktioniert nicht.
Signale am Datenbus zeigen Abweichungen am Bit 3.
Nach dem RAM-Wechsel sind alle Daten-Signale OK, das Bitmuster ändert sich
nach ca. 5 Sekunden.
Nach eingehendem Suchen wird eine abgebrochene Wickelverbindung in CPU-Nähe
gefunden.
KC87: Rechner funktioniert, aber die Bildschirmausgabe ist fehlerhaft.
(7) Das erste Zeichen in jeder Zeile kann zwar beschrieben werden, aber nach
dem Scrollen wird dafür irgendein Grafikzeichen dargestellt.
Der Datenbustreiber D2 (Schnittstelle zwischen Systemdatenbus und
Bildspeicher) war defekt.
KC87: Der KC87.21 meldet sich statt mit "robotron Z9001" und dem Prompt
(8) am Farb-TV nur mit rotem Bildschirm und grünem blinkenden Prompt-Kästchen und
am HF-Ausgang gar nicht. Es fehlt der Inhalt des Video-Signals (die Pixel),
nur der Farbspeicher wird korrekt ausgelesen.
Die Blindeingabe von BASIC führt zu dessen Start, aber die Aus-
gaben sind auf dem Bildschirm nicht zu sehen. Der Fehler liegt also im Bild-
teil des KC87. Rückverfolgung der Signale vom Videoausgang führt
schließlich zu den Schieberegistern: D68, ein russischer D195 wird als
defekt ermittelt und getauscht.
(Dank an HONI für die Zuarbeit!)
KC87: KC87.11 synchronisiert nicht!
(9) Er ist mit 21 Russen bestückt! Das Zeilenende (X42/X43) ist in Ordnung, aber
das Bildende an der Wickelbrücke X40/X41 zeigt keinen Einzelimpuls, sondern
ein Impulspaket.
Die Wickelverbindung X40/X41 wurde aufgetrennt. An den Zählern 10B, 11B, 12B,
13B und 17A beträgt der Spannungspegel an den Ladeeingängen (Pin 11) ca. 1,2 V
(offener Eingang). Am Ausgang von D71/6 (18A) kommt kein vernünftiger Pegel
raus, obwohl an den Eingängen dieses Gatters exakte Pegel anliegen.
D71, ein russischer LA3 (DL000), wurde gewechselt.
KC87: KC87.11 mit Farbkarte kein Bild!
(10) Am HF-TV-Ausgang funktioniert der Rechner, am RGB-Ausgang ist das wirre Bild
sichtbar, nach dem Hochrollen bleibt das Bild dunkel.
Mit [CTRL E] + [8] geht der Rand von schwarz nach weiß.
Mit [CTRL U] + [8] wechselt der Hintergrund (PAPER) von schwarz auf weiß,
blinkt aber!! [CTRL T] + [3] soll die Vordergrundfarbe (INK) grün einstellen,
bleibt aber schwarz.
An den Ausgängen von D6 (D195D) der Farbkarte liegen statische Pegel von
ca. 0,8 V. Nach Wechsel dieses Schaltkreises funktioniert die Farbkarte wieder.
KC87: KC87-Rechnerplatine, Startbild mit senkrecht ähnlichen Zeichen.
(11) Nach dem Einschalten ist ein Bild mit ähnlichen Zeichen sichtbar, die in senk-
rechten Spalten stehen. Der Rechner enthält außer den RAM-IS weitere 18
russische Schaltkreise.
Daten- und Adreßsignale sind unauffällig. Der Fehler wird im Adreßmuxer
des Arbeitsspeichers vermutet. Nach Austausch von D39 (KR531KP11) funktioniert
der Rechner wieder.
KC87: KC87-Startbild beginnt nicht am linken Rand.
(12) Nach dem Einschalten werden vom Bild mehrere Zeichen am linken Bildrand nicht
dargestellt. Der Widerstand R15 auf der Farbkarte wurde durch einen Einstell-
regler ersetzt, um die horizontale Austastung zu korrigieren. Am linken Rand
bleiben dennoch unsichtbare Bereiche. Ein Vergleich mit einer anderen Farbkarte
ergibt das gleiche Bild, die Ursache liegt also im Rechner.
Messungen an D10/12 zeigen ab einer bestimmten Einstellung Doppelimpulse.
Am Monoflop D10/10 liegt SYNC mit scheinbar nur 1 Impuls an. Nach Anhalten
eines 1nF-Kondensators an D10/9 sind die Doppelimpulse verschwunden, und das
Bild wird richtig dargestellt. Die Rückverfolgung des Signals SYNC auf der
Rechnerplatine führt zum Kondensator C78. Er ist einseitig abgebrochen.
Ein mit der zur Verfügung stehenden Meßtechnik nicht sichtbarer feiner
Impuls hat das Monoflop ein zweites Mal ausgelöst.
KC87: KC87 (HF-Ausgang) zeigt unsaubere Buchstabenfragmente um das Bildschirmfenster.
(13) Im Ruhezustand ist das Bild normal. Rechnet das Gerät hingegen (z.B. nach
RESET oder beim Laden des BASIC-Interpreters), zucken Buchstabenfragmente
rund um das eigentliche Bildschirmfenster.
Die Gehäuselaschen, die durch die Platine gesteckt und auf der L-Seite
verlötet sind, steckten in "Durchkontaktierungen", die keine waren.
So gab es nur eine zufällige, hochfrequenztechnisch völlig unzureichende
Verbindung des Gehäuses zur Masse. Nach Herstellen von Lötverbindungen
auf der B-Seite an den vier Gehäuselaschen war der Fehler behoben.
KC87: Senkrechte Streifen im Startbildschirm
(14) Der KC87 zeigt schon im Startbild die rechten vier Pixel eines Zeichens
nicht an. Das gleiche Bild erscheint auch auf dem S/W-Monitor, die Farbkarte
fällt damit als Fehlerursache aus.
Muxer (DL257) und Bustreiber (8216) sind russisch und werden als Verursacher
angenommen. Ein probeweiser Wechsel bringt keine Bestätigung dieser
Vermutung. Bei Vergleichsmessungen mit einem intakten KC87 wird festgestellt,
daß am Ausgang des Schiebergisters D67/10 (16C) nur das statische Signal
eines Eingangs anliegt. Aus dem Schieberegister D67 kommen keine Signale heraus.
Offenbar ist der Ausgang intern "abgelötet". Der Schaltkreis wurde gewechselt.
HC900, KC85/2, KC85/3, KC85/4
KC85/2: Kein Bild, LEDs gehen beim Einschalten sofort alle an
(1) 106 Schaltkreise sind auf Fassungen gesetzt:
Überprüfen aller ICs: drei Stück sind defekt.
Weiterhin waren durch das Auslöten der Schaltkreise insgesamt
6 Folgefehler entstanden:
unterbrochene Leiterzüge, abgerissene Leiterzüge,
falsch verlegte "reparierte" Leiterzüge.
KC85/3: Wilde Zeichen, blinken ca. im Sekundentakt
(1) Ein Rechner mit 34 russischen Schaltkreisen! Der Rechner scheint zu laufen,
die TAPE-LED geht aus, aber der Bildschirm wird nicht gelöscht.
An den Meßpunkten 3 und 4 liegen keine Signale an.
Messungen an D22 (DL000) des BWS : Pin 1 = H, Pin 2 = Signale, Pin 3 = 0!,
hier muß das Signal negiert sein. D22 ist ein russischer LA3, austauschen.
KC85/3: Senkrechte Streifen auf dem Bildschirm, kein Blinken.
(2) Datensignale sind in Ordnung, aber bei den Adressen hat A7 nur H-Pegel von 5V!
Auf der Platine wurde der BASIC-ROM D02 (U2364 = BM604) gesockelt. Der Verdacht
auf unsaubere Arbeit beim Einbau führt zum Auslöten der Fassung. Der Schluß
nach 5P ist danach weg. Austausch der Fassung! Pin 3 war abgebrochen und hat zu
dem Kurzschluß unter der Fassung geführt (über Pin 2 hinweg!).
KC85/4: System bleibt nach Kaltstart hängen
(1) Einschalten, Streifenbildschirm, Bildschirm löschen (Bild wird schwarz),
Rechner bleibt stehen.
Der Fehler liegt in einem (oder mehreren) defekten System-RAM-Schaltkreisen.
Ausgänge kontrollieren. Wo Abweichungen auftreten, IC wechseln.
KC85/4: System bleibt beim Einschalten mit Streifen stehen
(2) Einschalten, Streifenbildschirm, nichts geht. Rechner bleibt stehen.
Bei Arbeiten an der Platine war diese abgerutscht und mit dem Gehäuse
kurzgeschlossen worden. Außer dem Takt gab es keine Signale an Daten-,
Adreß- und Steuerbus an der CPU.
Die CPU, und nur diese, war defekt.
KC85/4: System startet, der Bildschirm bleibt aber dunkel.
(3) Nach kurzer Suche im Videoteil: Das Signal /HELL ist trotz eines Ziehwider-
standes nach 5P (R07 = 1kOhm) ständig auf Low.
Das Signal geht im Grundgerät nur an Eingänge: D39/9 (DL004) und D38/13 (DL008).
Es scheint von außen ein "Blitz" auf diese Leitung getroffen zu sein, und
dieser Eingang hat einen satten Schluß nach Masse (Pin 7). Der jeweils
betroffene Schaltkreis wurde gewechselt.
Der Eingang von D39 war bisher 2x der Übeltäter, einmal D38.
Fehlerhäufigkeit: 3x
KC85/4: System startet nicht, der Bildschirm wird nicht gelöscht, zeigt aber nicht
(4) die sonst üblichen horizontalen Streifen.
Es gibt Datenkämpfe auf allen Datenleitungen des Systembusses. Um die beiden
kämpfenden Teilnehmer zu finden, werden nacheinander D04 (DS8286), D18
(ein DRAM-IS), D21 (DL374), D06 (PIO), D10 (2764, EPROM E) und D11 (2764,
BASIC-EPROM, BM600) ausgelötet. Nach Auslöten des EPROMs E sind die
Datensignale in Ordnung, es muß aber noch der zweite "Kämpfer" gefunden werden.
Es ist der BASIC-EPROM. D10 und D11 werden durch geprüfte EPROMs ersetzt und D11
als der Übeltäter ermittelt. D11 hatte unabhängig vom /CS-Signal immer
aktive Ausgänge. Das Startbild bleibt aber unverändert. Nach Ersatz von D04
verändert sich das Startbild, es fehlen die senkrechten Streifen.
Messungen am Video-RAM: D14 hat kein Ausgangssignal und wird getauscht.
Defekt waren also D11, D04 und D14.
KC85/4: Der Startbildschirm enthält Fehler in der Darstellung.
(5) Es fehlen Pixel, an anderer Stelle sind welche zuviel und manche Pixel flattern.
Die Video-Datensignale sind scheinbar in Ordnung. Durch "Huckepack"-Aufstecken
wird aber der Video-RAM-IS D17 als defekt ermittelt und getauscht.
KC85/4: Der Startbildschirm enthält die üblichen Streifen, aber dunkelgrau.
(6) Wenn ein Rechner defekt ist, gibt es eine gewisse Logik bei der Fehlersuche.
Schwieriger wird es, wenn menschlicher Eingriff vorliegt und man nicht weiß,
war der Fehler schon vor dem Eingriff da oder erst danach.
Die CPU, der System-RAM, die EPROMs, der DS8286 und alle DL541 sind gesockelt.
Dieser Rechner sollte wohl zum KC85/5 umgerüstet werden.
Alle Adreß- und Datensignale sehen gut aus. Trotzdem macht der Rechner NICHTS.
Austausch aller gesockelten Bauelemente ändert nichts am Startverhalten. Nach
langem verzweifeltem Suchen wurden Kurzschlüsse an der CPU zwichen den Pins 38,
39, 40 festgestellt. Diese führen auch nach außen an den Busstecker und die
Modulschächte...
Nach Auslöten der CPU-Fassung wurde schließlich auch die Fassung von D03 (DL541)
ausgelötet. Hier lagen die Kurzschlüsse!
KC85/4: Der Startbildschirm ist nur schwarz/weiß, aber teilweise mit blauem Hintergrund.
(7) Außerdem sind am linken Rand flatternde Striche zu sehen. Die Suche führt
schließlich zur Synchronsignalerzeugung. Bei Kontrolle der Ausgangssignale der
daran beteiligten Gatter wird an Pin 8 von D08 (DL074) stabiles H-Signal fest-
gestellt, obwohl Takt und Datensignal anliegen. Der DL074 wird ausgelötet,
geprüft und durch einen funktionsfähigen Schaltkreis ersetzt.
KC85/4: Netzteil defekt.
(8) Das Übliche: Sicherungshalter und Sicherungen verkeimt. Aber nach dem Wechseln
dieser Bauteile "atmet" das Netzteil: die Netz-LED geht langsam an und aus. Es
fehlen die 5N. Der Schaltregler N10 (B260) wird seeehr warm. Verfolgung der
5N-Strecke bis zum Trafo: der Kondensator C41 (kein DDR-Produkt?) hat einen
satten Kurzschluß. Die Dioden haben den Kurzschluß überlebt. Nach dem Austausch
sind die 5N wieder da und komischerweise hat jetzt auch der Schaltregler normale
Temperatur.
D004: Start des Systems bleibt nach "Autostart Floppy" hängen, mit Prompt
(1) Nach Reinigung und Sichtkontrolle:
D704 und D705 sind gesockelt. Prüfen von D704/D705 mit IC-Tester --> OK.
Ausführung der Arbeiten sind von schlechter Qualität. In der
Nähe von D705 wird ein unterbrochener Leiterzug entdeckt. Entfernen
des Sockels, Nachlöten des Leiterzuges und Wiedereinsetzen von D705
ergeben "Autostart Floppy", Bildschirm löschen, ein Kursor und ein Schritt,
das System bleibt hängen. Nach mehreren Versuchen meldet sich das Micro-DOS.
Mit "DIENST" und "TEST" ergeben sich fast 10 Lesefehler und viele Positionier-
versuche.
Nach Neuabgleich der analogen PLL gab es keinen Lesefehler und aber noch
4 Suchversuche.
Einbau der digitalen PLL: KEIN Lesefehler, KEIN Neupositionieren, ALLES OK!
D004: Start des Systems bleibt mit "Autostart Floppy" hängen, kein Prompt
(2) Nach Reinigung und Sichtkontrolle:
Es sind zusätzliche Kondensatoren eingebaut, diese werden entfernt.
An den Ausgängen von D704 (40098) liegen ungewöhnliche Signale an.
Pin 1 hat ständig H-Pegel. Rückverfolgung nach D703 (8205).
Austauschen von D703. Micro-DOS startet mit Schwierigkeiten.
Nach PLL-Abgleich wird das Starten besser. Einbau der digitalen PLL:
KEIN Lesefehler, KEIN Neupositionieren, ALLES OK!
D004: Netz-LED leuchtet nicht, 1,8V anstelle von 5P, 12P und 5N sind ok
(3) Nach Abziehen des Stromversorgungskabels sind die 5P ok:
Der Basiswiderstand R13 (56 Ohm) riecht etwas und ist leicht gebräunt.
Der Schalttransistor A10 (SD347) im Abwärtsregler hat einen Gehäuseriss.
Beide Bauelemente tauschen!
D004: Kein Bild am KC85/4 nach Anstecken des Verbindungssteckers zum D004.
(4) Sofort verdächtigt wurde das Signal /HELL, das zum Grundgerät führt und
dort die Dunkelschaltung des Bildschirmes bewirkt. Es kommt von der Treiber-
platine, vom Leistungsgatter DL038 (D08/11). Dessen Eingänge 12/13 hatten
L-Pegel, es negierte nicht, hatte ständig L-Pegel am Ausgang. Der Schaltkreis
D08 wurde ausgewechselt.
D004: "J FC FF" führt zum Fehler beim Test des Koppel-RAMs.
(5) Die Kontrolle der Adreß- und Datensignale an den SRAM-IS (D412/D413) ergab
einen Fehler des Datensignals am SRAM-Schaltkreis D412/14 (Datenbit D0, war
immer hochohmig). Nach dem Wechsel blieb der Koppel-RAM-Test ohne Fehler.
Dieser Schaltkreis hatte angerostete Pins, und das ganze D004 hat wohl keine
guten Lagerbedingungen hinter sich.
D004: "J FC FF" führt zum Fehler beim Programm-Test.
(6) Die Kontrolle der Adreß- und Datensignale an der CPU (D509) ergab einen Fehler
des Datensignals FD4 am Pin 7 der CPU. Es wurde als Quelle des Signals der
Bustreiber D414/15 vermutet. An dessen Eingang (D414/6) fanden Pegelwechsel
statt, nicht aber an dessen Ausgang (D414/15). Nach dem Wechsel blieb der
Koppel-RAM-Test ohne Fehler.
D004: "can not read-error" nach Blitzeinwirkung.
(7) Das Diskettenlaufwerk wird nach "J FC" angesprochen, die Diskette dreht, es
findet aber kein Anfahren der Spur 0 statt. Aufgrund der Vorgeschichte wird
Blitzeinwirkung auf das weiße Flachbandkabel vom D004 zum Laufwerk vermutet.
Messungen am Shugart-Bus zeigen am Signal /RDY H-Pegel, der aber nur um ca.
0,5 V absinkt, statt auf 0 zu springen. Das Signal geht sowohl an D713/9
(DL014) als auch an D704/2 (V40098). Der CMOS-Schaltkreis wird gegenüber dem
TTL-Schaltkreis als empfindlicher gegenüber einer Blitzeinwirkung eingestuft.
Nur der Eingang 2 dieses CMOS-Schaltkreises ist defekt.
BIC
CGG: Kein Bild nach falschem Betriebsspannungsanschluß (5P/12P vertauscht?)
(1) Messungen an den Schaltkreisen ergaben:
CTC D32, D38, D39 zeigten unlogische Signale am Ausgang,
ebenfalls defekt war der SRAM D46.
Nach dem Wechsel dieser ICs waren Streifen auf dem Bildschirm sichtbar.
Der Video-RAM wurde als defekt ermittelt, D40-D43 ausgetauscht:
der Rechner meldet sich, aber bleibt hängen.
System-RAM D16 und D17 sind auch defekt, das war's.
CGG: Das Monitorbild ist unsynchronisiert, ohne Inhalt und mit Rücklaufstreifen,
(2) dazu kommen noch nette Geräusche wie unmotiviertes Pfeifen, Zwitschern und
Rauschen. Der Fehler tritt sporadisch auf. Mittels Kältespray konnte kein
einzelner Schaltkreis als Verursacher geortet werden. Deshalb wurden auf Ver-
dacht alle vier Bustreiber D8-D11 (8286) getauscht.
CGG: Zeigt bereits mit der ersten Meldung jeweils 2 Zeichen rot
(3) Besonders deutlich wird es unter CP/M.
Der Bustreiber D44 (8282) ist russisch. Über ihn werden auch die Farbattribute
in den Bildspeicher geschrieben. Auffällige Signale waren auf den ersten Blick
nicht zu bemerken. Nach Tausch auf Verdacht trat der Fehler nicht mehr auf.
Monitor
K7222/25: Bild synchronisiert nicht
(1) Gleich nach dem Einschalten werden die Bildschirmausgaben unsynchronisiert
dargestellt. Am Kollektor von V20 sind "Wellen" auf dem Dach des Zeilen-
impulses. Die Stromverstärkung von V20 ist zu gering. V20 austauschen.
K7222/25: Bild zeigt "Streifen" am Bildanfang
(2) Nach dem Einschalten zeigte das Bild bis auf eine geringe Unsymmetrie am
Zeilenanfang keine Auffälligkeiten. Nach wenigen Minuten lief das Bild
nach oben, die Pixel der Zeilen wurden gespreizt und auf dem Kopf stehend
dargestellt.
Durch den stabilen thermischen Effekt lag eine Fehlersuche mit Kältespray
nahe. Nach wenigen Minuten wurde der Operationsverstärker A../10 reproduzierbar
als schadhaft festgestellt. An seinem Ausgang änderte sich mit der Erwärmung
das Impulsbild. Der OPV (A109) wurde ausgetauscht.
LCR-C
LCR-C: Wiedergabe geht nicht, Aufnahme OK
(1) Beim Laufwerk MU300 wird in Abhängigkeit von den Tasten Wiedergabe bzw.
Aufnahme ein Stößel betätigt. Dieser Stößel wirkt auf den A/W-Umschalter
des Verstärkers. Er darf bei Wiedergabe nicht den Schalter betätigen.
MU300 ausbauen, Band einlegen und Wiedergabe testen.
Da der A/W-Schalter jetzt nicht betätigt werden kann, funktioniert nun
die Wiedergabe, (Aufnahme natürlich nicht).
"Die Ursache liegt in völlig ungeeignetem und in viel zu hoher Menge
eingebrachtem Fett in den MU-Laufwerken ab Baujahr 1988 (exemplarabhängig).
Dieses Fett verklebt wichtige Laufwerksteile, so u.a. auch den aufgenieteten
Plasthebel 376 an der Rückseite der Aufzeichnungsplatine 180, der dann
auch bei Wiedergabe auslöst." (Quelle: Steffen Enke)
Nach Ausbau des Laufwerkes hilft das Reinigen mit Waschbenzin und einem
geeigneten kurzhaarigen Pinsel. Dabei läuft das Waschbenzin unter die
Platte 180 und verdünnt das Fett. Die Feder kann jetzt den Plasthebel
wieder problemlos spannen.
Bild 1 zeigt den Funktionsplan des Laufwerkes,
Bild 2 die Bearbeitungshinweise.
Hier wird gearbeitet:
Arbeitszimmer
Labor
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